Warum dein Photographers Look nicht zufällig entsteht
Ich sehe das unglaublich oft: Fotograf:innen arbeiten technisch sauber, haben ein gutes Auge für Licht und Komposition – und trotzdem wirken ihre Bilder jedes Mal anders. Mal kühl, mal warm. Mal kontrastreich, mal flach. Irgendwann entsteht Frust, weil man merkt, dass etwas fehlt, ohne genau benennen zu können, was es ist. Häufig lautet der Gedanke dann:
„Ich weiß eigentlich gar nicht, wie mein Stil aussieht.“
Ein Signature Bild Look entsteht jedoch nicht durch Inspiration allein. Er ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis bewusster Entscheidungen. Vor allem in der Bildbearbeitung. Genau an diesem Punkt kommen Presets ins Spiel – nicht als magische Lösung, sondern als Werkzeug.
1. Was ein Photographer Look wirklich ist (und was nicht)
Ein richtig guter Photographer Look ist kein einziger Filter. Und auch kein Trend, den man kopiert. Er beschreibt eine wiedererkennbare Bildsprache:
konsistente Farben
wiedererkennbare Hauttöne
ähnliche Kontraste
eine klare Bildsprache – egal ob Studio oder Outdoor
Im besten Fall erkennt man deine Bilder, ohne deinen Namen lesen zu müssen.
Was ein Signature Bild Look nicht ist, sind ständig wechselnde Looks, zehn unterschiedliche Bearbeitungsstile in einem Shooting oder stundenlanges Herumdrehen an Reglern ohne klares Ziel. Genau das sorgt langfristig für Unsicherheit und Inkonsistenz.
2. Der häufigste Fehler: Zu viele Presets, kein Wiedererkennungswert
Oft werden zu viele unterschiedliche Presets genutzt. Für jedes Shooting, manchmal sogar innerhalb einer Serie, ein anderer Look.
Das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick vielleicht abwechslungsreich – ist aber genau das Gegenteil von einem klaren Stil.
Wenn sich der Look ständig ändert, entsteht keine visuelle Linie. Farben, Hauttöne und Kontraste springen. Niemand kann deine Bilder eindeutig zuordnen, weil es kein wiederkehrendes Muster gibt. Genau hier geht Wiedererkennbarkeit verloren – und damit ein großer Teil deiner fotografischen Handschrift.
Ein Photographer’s Look braucht Wiederholung. Nicht Langeweile, sondern Konsistenz.
3. Warum viele Lightroom Presets genau das Gegenteil bewirken
Die meisten Presets scheitern nicht, weil sie grundsätzlich schlecht sind, sondern weil sie versuchen, alles gleichzeitig zu sein. Sie sollen für jedes Licht funktionieren, für jede Haut, jede Situation und jede Stimmung. In der Praxis führt das fast immer zu Problemen:
Hauttöne kippen ins Graue oder Orange
Grüntöne werden unruhig
Kontraste sind unkontrollierbar
man passt länger an, als man ohne Preset gebraucht hätte
Das Problem ist dabei nicht Lightroom. Es ist auch nicht mangelndes Können. Es ist fehlende Spezialisierung.
4. Lightroom Classic Presets funktionieren nur, wenn sie auf Licht abgestimmt sind
In meiner Arbeit hat sich sehr klar gezeigt: Licht ist der entscheidende Faktor.
Ein Preset, das für Studio-Blitzlicht entwickelt wurde, wird bei diffusem Tageslicht fast immer versagen. Umgekehrt genauso. Genau deshalb arbeite ich nicht mit universellen Looks, sondern mit klar definierten Lightroom Presets für bestimmte Lichtsituationen:
Studio & Blitz
natürliches Tageslicht
Golden Hour
Indoor Tageslicht
Das ist keine Einschränkung, sondern Kontrolle. Und genau diese Kontrolle brauchst du, wenn du einen Signature Bild Look entwickeln möchtest, der reproduzierbar funktioniert.
5. Bildbearbeitung als bewusster Prozess (nicht als Glücksspiel)
High End Retouching bedeutet nicht, jedes Bild bis ins letzte Detail zu perfektionieren. Es bedeutet, zu wissen, warum man etwas tut. Bei jeder Bearbeitung stelle ich mir dieselben Fragen:
Was soll das Bild transportieren?
Welche Stimmung passt zur Person?
Welche Farben dürfen dominieren – welche nicht?
Wie bleibt die Haut natürlich?
Presets helfen enorm, wenn sie richtig eingesetzt werden. Sie geben dir eine stabile Basis, von der aus du feinjustierst, statt jedes Mal bei null zu beginnen. Nicht mehr – aber auch nicht weniger.
6. Warum weniger Lightroom Presets oft mehr Stil bedeuten
Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass mehr Presets automatisch mehr Möglichkeiten bedeuten. In der Praxis ist meist das Gegenteil der Fall. Ein kleiner, gut durchdachter Lightroom Classic Preset-Pool sorgt für schnellere Entscheidungen, konsistentere Serien und deutlich weniger visuelle Unruhe. Der Fokus verschiebt sich weg von Technik und hin zum Bildinhalt.
Ich selbst arbeite mit sehr wenigen Looks, kenne diese aber in- und auswendig. Genau hier beginnt Stil.
7. Übung: Komm deinem Stil näher
Reflexionsaufgabe
Schau dir deine letzten 20 Bilder an und beantworte ehrlich:
Welche Farben tauchen immer wieder auf?
Wirken die Hauttöne ähnlich oder komplett unterschiedlich?
Könnte man sie als „Serie“ erkennen?
Wenn nicht, liegt das Problem selten an deinem fotografischen Können –
sondern an fehlender Struktur in der Bildbearbeitung.
8. Presets als Werkzeug – nicht als Abkürzung
Ich habe meine Lightroom Classic Presets entwickelt, weil ich genau diesen Frust kenne.
Nicht, um einen Look „überzustülpen“, sondern um verlässliche Ausgangspunkte zu schaffen.
Gute Presets sind:
auf reale Lichtsituationen abgestimmt
respektieren Hauttöne
lassen Anpassungen zu
liefern reproduzierbare Ergebnisse
Alles andere ist Spielerei.
9. Fazit: Dein Photographer Look ist eine Entscheidung
Dein Signature Portrait Look entsteht nicht über Nacht. Aber er entsteht schneller, wenn du anfängst, bewusst zu arbeiten. Lightroom Presets können dich dabei unterstützen – nicht als Shortcut, sondern als System.
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Hi, ich bin Julia – Portraitfotografin und Photo Artist von Hey Poly. Meine Lightroom Presets sind aus meiner Arbeit mit Licht entstanden – zwischen Studio, Outdoor und Mischlicht. Ich wollte Looks, die unabhängig vom Setting funktionieren: konsistent, stylish und mit dieser cinematischen Tiefe, die Bilder lebendig macht.
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